Wie alt werden Katzen im Durchschnitt? Fakten, Lebenserwartung und Mythen

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Die Beantwortung der wichtigsten Frage jedes Katzenliebhabers: „Wie alt werden Katzen?“ hängt von verschiedenen Faktoren ab. In diesem Beitrag informieren wir ausführlich rund um das Thema Lebenserwartung von Katzen.
Zwei rote Katzen unter der Straßenlaterne in der Altstadt
Katzen unter der Straßenlaterne in der Altstadt

Welche Faktoren beeinflussen die Lebensdauer von Katzen?

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen liegt zwischen 10 und 15 Jahren. Dieser Wert bezieht sich auf Katzen in menschlicher Umgebung und mit menschlicher Fürsorge. Die Lebenserwartung von Katzen ist außerdem noch abhängig von:

Bei Wildkatzen in der freien Natur liegt die Lebenserwartung wesentlich niedriger. In diese Kategorie fallen ebenfalls „verwilderte“ Hauskatzen ohne Bezug zum Menschen. Der Durchschnitt liegt hier zwischen 4 und 5 Jahren. Folgende Gründe reduzieren die Lebensdauer für freilebende Katzen (Wildtiere oder Straßenkatzen).

Die Lebenserwartung von Katzen ist häufig von der Katzenart abhängig

Wie bei uns Menschen können Erbkrankheiten oder erbliche Defekte bei Katzen ein Grund für eine niedrigere Lebenserwartung sein. 

Bei vielen überzüchteten Rassen sind diese erblichen Anlagen der Grund für einen frühen Tod. Dies ist nicht generell der Fall. Positive Beispiele für eine hohe Lebenserwartung bei Rassekatzen sind:

Perserkatzen aus einer normalen Zucht ohne degenerative Schönheitsideale können bis zu 17 Jahre alt werden. Mischlinge von Rassekatzen sind robuster und können etwa zwischen 15 Jahre alt und 20 Jahre alt werden.

Die zukünftige Lebenserwartung einer Katze ist abhängig von den ersten Lebensmonaten

Die erste Nahrung im Leben einer jungen Katze ist die Muttermilch. Aus dieser Nahrungsquelle erhält die kleine Katze alle wichtigen Bestandteile für das Wachstum und das weitere Leben. Eine gute Versorgung in dieser Zeit erhöht die Lebenserwartung.

Das Defizit von Straßenkatzen

Das „harte“ Leben unter den Bedingungen des Lebensraumes Straße spiegelt sich in der Lebensdauer wider. Die junge Katze wird häufig nicht ausreichend mit allen wichtigen Bestandteilen versorgt. Diese „Unterversorgung“ kann im späteren Leben nicht korrigiert werden. 

Das durchschnittliche Alter dieser Katzen senkt sich deutlich auf 4 bis 5 Jahren. Werden sie von Menschen adoptiert können sie älter werden. 

Das ist abhängig von Futter, Pflege und Tierarzt. Das Erreichen eines Alters bis zu 15 Jahren oder mehr ist meistens utopisch. Die Statistik „wie alt werden Katzen“ wird dadurch negativ beeinflusst.

Die perfekte Grundlage für das weitere Leben von Katzen

Bei Rassekatzen und Hauskatzen verlaufen die Geburt und die ersten Lebensmonate in geregelten Bahnen. Defizite für das weitere Katzenleben durch fehlende Nahrungsaufnahme sind unwahrscheinlich. 

Die Lebenserwartung orientiert sich mehr an der genetischen Veranlagung dieser Katzen.

Absolute Ausnahmen in Sachen Lebenserwartung von Katzen

Die Statistik, wie alt werden Katzen, kann auch positiv beeinflusst werden. Teilweise kann eine Katze ein außerordentlich hohes Alter erreichen. Solche Katzen werden im Guinness Buch der Rekorde vermerkt. 

Der absolute Spitzenreiter als älteste Katze der Welt war die Hauskatze „Creme Puff“. Sie lebte in Austin im Staat Texas. Diese amerikanische Hauskatze erlebte sage und schreibe 38 Jahre und 3 Tage

Sie hält bis heute den Weltrekord. Ein weiteres Beispiel ist der Siamkater „Scooter“ aus Mansfield in Texas. Dieser erreichte das stolze Alter von 30 Jahren. Mit 31 Jahren verstarb der Main Coon Kater „Rubble“ in England. 

Dies sind nur einige Beispiele für eine ungewöhnliche Lebenserwartung bei Katzen unabhängig von der Rasse.

Wann beginnt der Alterungsprozess bei Katzen?

Katzen zwischen 3 und 6 Jahren sind im besten Alter. Also am Höhepunkt ihres Lebenszyklus. Ab dem 7. Lebensjahr beginnt normalerweise der Alterungsprozess. Dies ist keine feste Marke. 

Ein Vergleich mit den Menschenjahren gibt mehr Orientierung. Je nach Katze können sich ab dem 7 Lebensjahr kleine Wehwehchen einschleichen. Fast unbemerkt wird die Katze etwas ruhiger im Alltag. 

Die Ruhe- und Schlafphasen von Katzen werden länger. Das nervige und ungestüme Toben der Katze wird weniger. 

Der Mensch kommentiert diese Altersphase von Katzen zwischen 7 und 9 Jahren mit: „Sie wird endlich erwachsen!“ Dieser Kommentar entspricht leider nicht den Tatsachen der natürlichen Alterung von Katzen.

Katzenjahre in Menschenjahre umrechnen

Für das bessere Verständnis der einzelnen Lebensphasen von Katzen ist der Vergleich mit dem Menschenalter nützlich. Natürlich sind Katzenjahre auf Menschenjahre umrechnen nur Richtwerte oder Anhaltspunkte für das jeweilige Verhalten im bestimmten Katzenalter. 

Eine Hauskatze mit 10 Jahren kann noch ebenso verspielt sein wie eine Katze mit 2 Jahren. Andererseits können Katzen im besten Alter reine Schlaftabletten sein. Es kommt auf die Rasse und den individuellen Charakter der Katzen an. 

Außerdem sind Mischlinge bei Katzen bedeutend robuster und können Statistiken beeinflussen.

Nachfolgende Tabelle bringt den Überblick über das Verhältnis des Alters zwischen Menschen und Katze:

Katzenjahre
Menschenjahre
6 Monate
10 Jahre
12 Monate
15 bis 16 Jahre
2 Jahre
24 Jahre
3 Jahre
28 Jahre
4 Jahre
32 Jahre
5 Jahre
36 Jahre
6 Jahre
40 Jahre
7 Jahre
44 Jahre
8 Jahre
48 Jahre
9 Jahre
52 Jahre
10 Jahre
56 Jahre
11 Jahre
61 Jahre
12 Jahre
64 Jahre
13 Jahre
68 Jahre
14 Jahre
72 Jahre
15 Jahre
76 Jahre
16 Jahre
80 Jahre
17 Jahre
84 Jahre
18 Jahre
88 Jahre
19 Jahre
92 Jahre
20 Jahre
96 Jahre

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei reinen Wohnungskatzen?

Der reguläre Stubentiger ohne Auslauf hat sein Revier in den vier Wänden. Er hat seine geregelten Mahlzeiten und die Gefahren von Verletzungen ist relativ gering. 

Das tägliche Futter ist auf die Bedürfnisse der Katze abgestimmt. Die Fellpflege und der regelmäßige Gang zum Tierarzt (Impfungen und Vorsorge) ist Normalität und ein langes Leben ist vorprogrammiert. 

Die nötige Bewegung sind durch Spielzeug, Kratzbaum und Klettermöglichkeiten gesichert. Teilweise gehören zum täglichen Streicheln ebenfalls Spieleinheiten zusammen mit seinem Menschen. 

Also rund herum ein optimales Katzenleben und ein Alter von 20 Jahren ist keine Seltenheit. Die Gefahr bei dieser Haltung ist lediglich die Gewichtszunahme. Das Übergewicht reduziert die Beweglichkeit und fördert Erkrankungen bei Katzen. 

Die Gesundheit ist gefährdet und sogenannte „Wohlstandskilos“ können das zu erreichende Alter auf etwa 15 oder weniger drücken.

Welche Lebenserwartung haben Freigänger?

Katzen als Freigänger haben die nötige Bewegung und sie leiden sehr selten an Übergewicht. Der Stress von Revierkämpfen außer Haus kann durch Kastration vermieden werden. 

Eine optimale Impfprofilaxe minimiert die Ansteckung von gefährlichen Krankheiten. Trotzdem werden sie nicht so alt wie nur im Haus lebende Katzen. 

Die Gefahr lauert durch Unfälle bei missglückten Kletterversuchen auf Bäume. Der Straßenverkehr fordert ebenfalls viele Todesfälle und schwere Verletzungen. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer solchen Katze liegt bei 10 Jahren. 

Diese Prognose kann verbessert werden, wenn der Freigang im gesicherten Umfeld erfolgt. Die Reduzierung von nächtlichen Streifzügen kann die Sterblichkeitsrate ebenfalls reduzieren und die Lebenserwartung der Katze wird verbessert.

Der Sterblichkeitsrate von Katzen ein Schnippchen schlagen

Artgerechte und gesunde Ernährung

Wie alt werden Katzen hängt vom täglichen Futter der Katze ab. Für die Gesunderhaltung von Katzen ist hochwertiges Katzenfutter wichtig. Dieses hat alle notwendigen Bestandteile und enthält keine Füll- oder Farbstoffe. 

Die wichtige Energiezufuhr ist in jeder Lebensphase anders. Die Hersteller von Tierfutter für Katzen achten darauf. Die Kalorien der täglichen Leckerlis sollten im Futterplan berücksichtigt werden. 

Dadurch kann eine ungewollte Gewichtszunahme vermieden werden und die Lebenserwartung wird erhöht.

Sicherheit in der Wohnung für die Katze

Die Gefahr für Leib und Leben besteht nicht nur für Freigänger. Giftige Topfpflanzen und zugängliche Chemikalien (Putzmittel, Blumendünger) sind eine große Gefahr für die Katzen. 

Besonders, wenn sie oft allein sind. Aus Langeweile ist schon manches Unglück passiert und der Tierarzt wird zum Lebensretter. Gekippte Fenster werden häufig unterschätzt. 

Die Katze kommt mit ihrem Kopf durch die Öffnung des Fensters. Je leichter der Zugang für die Katze wird, hängt sie mit dem Hals am Fensterspalt fest. Zum Lüften die Fenster immer ganz aufmachen und für die Sicherheit der Katze ein Gitter vor das Fenster installieren (Absturzgefahr).

Regelmäßige Gesundheitsvorsorge beim Tierarzt

Regelmäßige Impfungen bieten einen guten Schutz vor tödlichen Katzenkrankheiten. Diese Tatsache ist nicht nur für Freigänger wichtig. Eine im Haus lebende Katze sollte ebenfalls durchgeimpft sein. 

Verschiedene Virenarten können durch den Menschen in die Wohnung eingeschleppt werden. Der Tierarzt informiert umfassend über dieses Thema. 

Eine regelmäßige Entwurmung ist für beide Haltungsarten notwendig. Besonders wenn dem Fleischfresser Katze öfters rohes Fleisch (Barfen) angeboten wird. Durch einen jährlichen Gesundheitscheck können ernstere Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden.

Angepasste Haltung für Senioren

Im Alter schlafen Katzen mehr. Ein solcher Rückzugsbereich muss problemlos für eine alte Katze erreichbar sein. Die Beschäftigung durch Spiele soll die Beweglichkeit der „alten“ Knochen fördern. 

Trotzdem muss das Angebot den körperlichen Gegebenheiten angepasst sein. Die oberen Ebenen der Wohnung sollten ohne große Akrobatik erreichbar sein. Eine alte Katze genießt den Rundblick von oben genauso wie eine junge Katze.

Ab wann sind Katzen im Seniorenalter?

Das Seniorenalter von Katzen ist abhängig von der jeweiligen Lebenserwartung. Die Lebenserwartung liegt bei rund 15 Jahre. 

Die ersten Anzeichen für das Alter lässt sich oft durch das Verhalten erkennen. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Katze 10, 12 oder 17 Jahre alt ist. Katzen altern ebenso individuell wie die Zweibeiner. 

Die Hinweise wie alt eine Katze ist oder sich „fühlt“ ist ähnlich wie beim Menschen. Daher müssen die Tiere in ihrem gewohnten Umfeld und im täglichen Ablauf beobachtet werden. Erst dadurch können Veränderungen auffallen.

Mögliche Anzeichen für den Alterungsprozess der Katze

Verminderte Nahrungsaufnahme

Ältere Katzen entwickeln sich häufig zu schlechten Essern. Besonders gravierend ist dieser Umstand bei den Hauskatzenrassen. Rassekatzen sind unter Umständen bereits in jungen Jahren für schlechte Nahrungsaufnahme bekannt. Wichtig ist, Krankheiten als Ursache ausschließen.

Sturheit

Katzen sind Individualisten. Im Alter kann diese Eigenschaft zum sturen Verhalten führen. Solche Launen (Marotten) gehören zum Älterwerden und ist unabhängig, wie alt Katzen sind.

Verwirrtheit

Die Orientierung innerhalb des gewohnten Lebensraumes ist teilweise gestört. Vergesslichkeit und unmotivierte Lautäußerungen können auch auf Demenz hindeuten. 

Diese Symptome können auftreten unabhängig, wie viel Jahre alt die Katze ist. Möglicherweise könnte ein Tumor bei der Katze die Ursache sein.

Nachlassen der Sinnesorgane

Alte Katzen hören nicht mehr so gut. Zudem lässt das Sehvermögen nach. Teilweise ist ebenfalls der Geruchssinn betroffen. 

Beispielsweise das Scheppern mit der Keksdose wird „überhört“. Die Landung auf der Couch funktioniert nicht mehr reibungslos. Die Höhe oder die Distanz zwischen Möbeln oder Gegenständen kann nicht mehr genau eingeschätzt werden.

Steigerung der Anhänglichkeit

Schmuseeinheiten werden regelmäßig und vermehrt eingefordert. Ein Fernsehabend ist ohne die schnurrende Katze nicht mehr möglich. Die regelmäßige Fellpflege wird von älteren Katzen besonders geliebt.

Wie viele Leben hat eine Katze?

Der Mythos eine Katze hat sieben oder teilweise sogar neun Leben kommt aus dem Mittelalter. Während der Hexenverfolgung waren schwarze Katzen das Sinnbild für das Böse. Die Kirche schürte diesen Aberglauben noch. Eine Frau mit dunkler Katze musste eine Hexe sein. Diese Frauen konnten sich angeblich in eine Katze verwandeln und brachten Unheil über das Dorf oder einzelne Menschen.

Eine Tötungsart dieser „bösen Kreatur“ war das Herunterwerfen von hohen Gebäuden, beispielsweise von Kirchtürmen. Häufig überlebten die Katzen diesen Fall. Dies bestätigte den krankhaften Wahn der damaligen Zeit, dass Katzen mehrere Leben haben. Diese Aussage über Katzen ist nicht richtig. Leider hat dieser Aberglaube mit den vielen Katzenleben bis in die heutige Zeit überlebt. Gottseidank ohne negative Auswirkungen, sondern eher als Redewendung.

Die Erklärung ist damals wie heute ganz einfach. Durch den Fall aus großer Höhe hat die Katze genügend Zeit sich zu drehen. Sie landet auf ihren vier Pfoten. Die flexible Wirbelsäule und Gelenke können die Landung abfedern. Die Pfoten sind durch die Ballen gepolstert. Diese körperlichen Eigenschaften waren im Mittelalter noch nicht bekannt und wurden mit Zauberei und den vielen Katzenleben erklärt.

Ein Sturz aus geringerer Höhe kann für die Katze Verletzungen oder den Tod bedeuten. Die einfache Erklärung war zu der damaligen Zeit, die verschiedenen Katzenleben sind abgelaufen. Fakt ist, bei zu geringer Höhe kann die Katze sich nicht rechtzeitig drehen und landet nicht sicher auf ihren Pfoten. Bei einer alten Katze ist die körperliche Beweglichkeit eingeschränkt und ein Sturz kann ebenfalls tödlich enden.

Fazit

Wie alt werden Katzen ist nicht immer statistisch zu belegen. Das Individuum Katze kann 10 Jahre alt werden oder auch 20 Jahre alt werden. 

Die Genetik und die Lebensumstände sind ausschlaggebend. Lediglich der statistische Durchschnitt ist bestimmte Jahre alt. Die Marke Jahre 10 ist ein Wendepunkt im Katzenleben und bedeutet meistens nur den Eintritt ins Seniorenalter.

HaustierWelt Team